Allianz für Kindheit kein
Die Alliance for Childhood (Aliança pela infância ) ist eine weltweite Bewegung , die 1997/8 in Europa und den Vereinigten Staaten in Form eines neuen Modells für internationale Zusammenarbeit begann. Aus Sorge um die Kindheit vereinigten sich Organisationen, soziale Einrichtungen sowie Eltern, Erzieher, Therapeuten, Umweltschützer, Ernährungswissenschaftler etc., um mit einem Mindestmaß an finanziellem und organisatorischem Aufwand ein Höchstmaß an Effektivität weltweit zu erreichen. Jeder Einzelne kann - entsprechend seinem Einflussbereich - zur Verwirklichung der gemeinsamen Ziele beitragen. In Brasilien ist die Allianz seit 2001 tätig.
Demnach ist die Allianz für Kindheit kein eingetragener Verein, sondern ein Netzwerk von Menschen und Organisationen, die durch gemeinsame Ideale verbunden sind. Sie arbeiten frei und gleichberechtigt zusammen, unterstützen sich gegenseitig und schließen sich zu den unterschiedlichsten Aktionen zusammen, nehmen an regionalen oder weiterreichenden Aktivitäten teil und versuchen, politische Maßnahmen zu beeinflussen.
Ziele der Alliance for Childhood
- Einen Konsens darüber schaffen, dass eine gesunde Kindheit eine grundlegende Notwendigkeit für die menschliche Entwicklung darstellt.
- Verstärken und Entwickeln von pädagogischen Formen, die die Kindheit respektieren, die Notwendigkeit von angemessener Zeit und angemessenem Raum zum Heranwachsen anerkennen und das Spielen als wesentlichen Bestandteil eines gesunden Lebensrhythmus fördern.
- Erforschen des Einflusses von Technik, Computern und elektronischen Medien auf die Entwicklung des Kindes und Auswerten der Ergebnisse für die tägliche Praxis.
- Untersuchung des Konsumverhaltens der Kinder, Ausarbeitung von Vorschlägen, die die realen Notwendigkeiten des Kindes in Bezug auf den Konsum berücksichtigen.
Outreach der Aliança pela infância in Brasilien:
- Gründungsseminar der Aliança pela Infância in São Paulo (2001)
- Gründung der Aliância pela infância in Botucatu/ SP , Florianopolis, Holambra, Belo Horizonte, Atibaia, Campinas, Cabo Frio
- Mitbegründung der Allianz für Kindheit in Japan (2004)
- Mitbegründung der Allianz für Kindheit in Neuseeland (2004)
- Anregung zur Gründung der Allianz für Kindheit in Uruguay (2004, 2005) und Chile (2005, 2006)
Teilnahme an folgenden Symposien, Kongressen und Events
- Forum pela Humanizaçâo do Social (Forum zur Humanisierung des sozialen Lebens) Botucatu/SP 2004
- Primeira Infância pela cultura de Paz (Frühe Kindheit durch Friedenskultur) (2005)
- Congresso Latino-Americano da medicina Antroposofica (Lateinamerikanischer Anthroposophischer Mediziner-Kongress) 2005
- Waldorfpädagogische Kongresse in Finnland und Portugal 2003/4
- Weltkonferenz der International Play Association/in São Paolo 2004
- Forum mundial de educaçâo (Weltforum für Erziehung) 2004 São Paulo
- "Würde des Kindes“, Salzburg /Österreich 2005
- Neurologie, Erziehung des Kindes und Vielfalt des Kindes – Mexiko (2004)
- Kolisko Konferenz in Mexiko 2006: Vorstellung der Allianz auf der Michaelitagung in Dornach/Schweiz (2002)
Aufbau einer Bibliothek der Aliança pela Infância
Von der Aliancia pela Infância in Brasilien entwickelte Projekte
„Das Kind mit Kindheit“ – Betrachtungen für Erzieher:
- Treffen über die Kindheit mit Themen wie Armut, Familie, Gesundheit, Ernährung, Schwangerschaft, Schildruck, Freizeit usw. Seit 2001
- Vortraege und workshops u.a.
- „ Das Spielen, betrachtet anhand der Ästhetischen Briefe von Friedrich Schiller“ São Paulo 2005
- „Entwicklung des Kindes von 0 bis 7 Jahren. Physische und seelische Aspekte“ , São Paulo 2004
- Dialoge ueber die Kindheit ( 2001 bis heute)
- Marionettentheatervorstellungen 2004/5
Ausbildungsprojekte
- Ausbildungskurs für Multiplikatoren der Aliancia pela Infância ,São Paulo 2004 - 120 Studenten
- Ausbildungskurs „Infância Vivenciada“ (Gelebte Kindheit) für Erzieher staatlicher und nichtstaatlicher Einrichtungen in Sao Paulo, Salvador etc
- Elternschule ,São Paulo 2006/7
- Anleitung zu Fundraising und Strukturierung als Netzwerk, São Paulo 2006
Projekt „Spielen – die ernsteste Tätigkeit des Kindes“
- „Spiel und Kunst“ auf öffentlichen Plätzen, in Kindergärten und sozialen Einrichtungen , São Paulo, Holambra, seit 2001
- Kooperationsspiele VenSer Juntos – São Paulo 2002
- Kulturtreffen von Jugendlichen in Paranapiacaba/ S.P. (2004)
- Ermunterung zum Internationalen Tag des Spieles im Mai jeden Jahres in ganz Brasilien, seit 2001
- Herausgabe einer Broschüre „Brincar“ (Spielen)
Projekt „Das Kind in Schulen der Stadtrandgebiete – ein Schatz, der es wert ist entdeckt zu werden“
- Regelschule „Elias Jorge Daniel“ – Capão Bonito/ S.P: Erfahrung mit der Waldorfpädagogik in den ersten vier Schuljahren
- Kurs für Lehrer des öffentlichen Schulamtes in Sao Paulo und Itapecirica/ SP
- Weiterbildung für Lehrer des öffentlichen Schulsystems in Passa Quatro/Brasilien
- Ausarbeitung eines Pilotprojektes für die Weiterbildung von Lehrern in öffentlichen Schulen
- Herausgabe des Buches „Aprender com Poesia“ von Ruth Salles
- Projektbegleitung – Dom da Palavra / SP fuer Lehrer oeffentlicher Schulen
- Fortbildungskurs für annähernd 800 Lehrer des staatlichen Bildungswesens in Botucatu/ SP
- Fortbildungskurs für Lehrer der staatlichen Schule Amélia Kerr (im Außenbezirk von São Paulo)
- Gesundheits- und Friedenswoche in Partnerschaft mit dem Erziehungsministerium
- Ausarbeitung eines Lehrplans für Grundschulen „Kunst- und Friedenserziehung“ gemeinsam mit Copipaz und der Vereinigung der Waldorfschulen in Brasilien
- Fortbildungskurs in öffentlichen Schulen zum Thema: Pädagogische Unterstützung für Kinder mit Lernschwierigkeiten.
Projekt: „ Zauber der Welt – Neues Leben für öffentliche Plätze
- Verschönerung verschiedener öffentlicher Plätze in den Randgebieten von São Paulo und im Landesinnern (Spiele, Kulturfeste, Weihnachtsspiele)
- Folkloristische Aufführungen zu Weihnachten in öffentlichen Schulen, Altersheimen, Favelas und sozialen Einrichtungen für ca. 4500 Personen (seit 2001)
Projekt „Muttermilch – eine göttliche Gabe“
- Kampagne „Stillen und Muttermilch“ in öffentlichen Schulen, sozialen Einrichtungen und Krankenhäusern
Projekt „Märchen – eine lebenswichtige seelische Nahrung
- Märchenerzählen in städtischen Schulen und Krankenaeusern
- Beratungsgespräche verschiedener Kindergärten
Projekt „ Unsere Schüler als zukünftige Eltern
- Kurse über Kindererziehung als Erweiterung des Sexualunterrichts für Oberschüler
Projekt „Entwaffnung von Kindern“ - Kampagne gegen Kriegsspielzeug
in Zusammenarbeit mit dem Friedensparlament in São Paulo (2005)
- Veranstaltungen in sozialen Einrichtungen und Schulen
- Weiterbildung und Erfahrungsaustausch mit Lehrern, Polizisten und Vertretern sozialer Einrichtungen
- Ausarbeitung und Aufführungen eines bewusstseinschaffenden Theaterstücks „Waffen? Nicht einmal aus Spaß!“
- Weihnachtskampagne: “Für ein Weihnachten ohne Gewalt”
Veröffentlichungen
- „Caminhos para uma aliança pela infância“, ein Orientierungsbuch der Aliancia pela infância in Brasilien, 2003
- "Mit Kindern leben und lernen" von Leonor Bertalot, in Partnerschaft mit dem gemeinnützigen Verein Monte Azul 2002
- "Laufen lernen, vertrauen lernen" von Renate Keller Ignácio, in Partnerschaft mit dem Institut Mainumby 2001
- Informationshefte „Spielen“, „Stillen“ u.a.
- Veröffentlichungen von Artikeln in nationalen und internationalen Zeitschriften
- Arbeitsmappe „Zukünftige Eltern“ (2004)
- Ruth Salles „Aprendendo com Poesia“
- Übersetzung ins Spanische des Buches „Caminhos para uma aliancia pela infância „(Wege für eine Allianz für Kindheit) (2005)
- Ausarbeitung eines Dokumentarfilms über die Kindheit „Uma infância digna“
Häufig gestellte Fragen
Die Allianz ist eine weltweite Bewegung, weil die Probleme, die die Kindheit bedrohen, weltweit zu finden sind. Zu sehen ist dies z.B. in Afrika, wo die Kinder gezwungen werden, Waffen zu tragen oder der sexuellen Versklavung zum Opfer fallen. Wir wissen, wie viele Kinder arbeiten müssen und durch Kinderarbeit ausgebeutet werden. Wir wissen um die zunehmende Zahl der Kinder, die sexuell missbraucht werden, sowohl in den industrialisierten und wirtschaftlich höher entwickelten als auch in den armen Ländern. Wir wissen auch, wie viele Kinder, selbst diejenigen, die unter guten materiellen Bedingungen aufwachsen, unter kindlicher Depression leiden oder an Unter und Fehlernährung - nicht, weil keine Nahrung vorhanden ist, sondern aufgrund des Übermaßes an Lebensmitteln ohne gesunde Nährstoffe. Zusammengefasst gesagt: Die Kindheit ist in Gefahr. Wir können sogar sagen, dass die Kinder sich einer Kindheit OHNE echte Kindheit gegenüber sehen.
Gibt es eine zentrale Organisation?
Nein, jedes Land und jeder „Aktionskern“ kann sich frei und ohne Hierarchie organisieren ohne Erlaubnis einzuholen. Aber es ist gut, wenn die Gruppen voneinander wissen und untereinander Kontakt pflegen. Zu diesem Zweck ist auch eine Internetseite eingerichtet.
Bisher klingt das für mich alles sehr vage und freilassend. ...
Es handelt sich um den Versuch, Verbündete aus allen Lebensbereichen (Erziehung, Gesunheit, Staedteplanung, Kunst usw) zu finden, um die Gesellschaft für die Gefahren zu sensibilisieren, die die Kindheit in zunehmendem Maße bedrohen. Es ist der Versuch Partner zu finden, um den Verlust der Kindheit aufzuhalten.
Inwieweit ist die Allianz als Institution organisiert? Oder ist sie nur ein Ideal?
Die Allianz ist nicht festlegend definiert. Sie ist ein Netzwerk, ein Diskussions- und Aktionsforum. Sie ist offen, aber wirkungsvoll, da sie keine feste Struktur besitzt wie z.B. eine Satzung, Eintragung im Vereinsregister, Vereinsnummer usw. Das verleiht ihr große Flexibilität und Raum für vielfältigste Initiativen. Die fehlende Bürokratie bringt aber auch Schwierigkeiten mit sich, z.B. hat sie kein eigenes Bankkonto, da sie keine Vereinsnummer besitzt. Die Institutionen, die für ihre Ziele eintreten, stellen ihr in der Regel ihre Infrastruktur zur Verfügung.
Ist die Allianz demnach keine NGO?
Nein, sie ist keine NGO, sie unterscheidet sich daher von gemeinnützigen Vereinen oder Sozialeinrichtungen, die z.B. in Problemvierteln arbeiten.
Wie kann ich dies alles beschützen, wenn ich selbst keine schöne Kindheit hatte?
Wir wissen, dass dies schwierig ist, aber es ist gut, die positiven Erinnerungen an die eigene Kindheit zu verstärken, eine Oma, die Geschichten erzählte, eine Geburtstagsfeier, ein Fest, ein Ausflug. In jeder Kindheit gibt es diese wichtigen Momente. Durch künstlerische Aktivitäten wie Malen, Tanzen, Schauspielen ist es auch möglich, die eigene Kindheit aufzuholen. Auf einfache Weise, ohne Stress!
Wie wissen wir, was für ein Kind gut ist? Wie kommen wir zu einem Konsens? Und wer schließt sich dieser Allianz an?
Alle sind eingeladen. Diejenigen, die das Kind bewusst verstehen wollen, die z.B. verstehen wollen, dass es verschiedene Entwicklungsphasen des Kindes und damit Zeiten gibt, in denen ihm bestimmte Dinge gut tun und andere, in denen diese Dinge ihm schaden können. In Brasilien haben sich bisher hauptsächlich Menschen aus der „movimento pela PAZ“ (Bewegung für Frieden), aus der anthroposophischen Bewegung, der „movimento pelo brincar“ (Bewegung für das Spiel) und Menschen , die sich für die Kindheit interessieren, zusammengeschlossen.
Und wie kann man diese Interessenten finden?
Durch Vorträge, Workshops, Seminare. Durch Veröffentlichung von Artikeln in Zeitschriften, Falt- und Flugblättern über Themen wie Stillen, Einfluss der Medien auf das Kind, Legasthenie, die Wichtigkeit des kreativen Spiels etc. Wir veranstalten regelmäßige Diskussionsforen, an denen sich Interessenten über unsere Aktivitäten informieren können.
Und außerdem?
Mit Sicherheit gibt es noch andere Möglichkeiten der Verbreitung, die wir entdecken können. E ist s gut , die Werte der Allianz konkret zu zeigen, indem man z.B. nicht nur über die Wichtigkeit des Spielens spricht, sondern einige Spiele wie z.B. Kreisspiele oder Seilspringen auch zeigt; dies kann in öffentlichen Schulen, auf Plätzen, in Gemeindezentren geschehen. Nicht nur darüber sprechen, dass Geschichtenerzählen wichtig ist, um dem Kind einen spirituellen Halt zu geben, die Sprachfähigkeit zu entwickeln, sondern Workshops anregen und beibringen, wie man erzählt. Solche Projekte können die Werte der Allianz sichtbar machen. Und es ist ebenso wichtig, dabei die Medien dazuzurufen, um den Event zu registrieren und nachahmbar zu machen.
Und die Finanzen?
Im Moment gibt es wenige Mittel. Die Allianz lebt hauptsächlich durch ehrenamtliche Arbeit. Aber es gibt Menschen, die einen finanziellen Beitrag leisten. Somit haben wir wenigstens die Möglichkeit, Flugblätter zu drucken, Veranstaltungen zu organisieren, eine Internetseite zu pflegen. Die Partner der Allianz können die Infrastruktur ihrer eigenen Organisation zur Verfügung stellen (z.B. Telefon, Papier etc.). Dies ist eine vorübergehende Phase. Um der Allianz einen größeren Rahmen zu geben und Einfluss in der Öffentlichkeit zu erzielen, benötigt sie Mittel und Personen, die sich ganz und gar dieser Arbeit verschreiben.